Sei gegrüßt, Besucher!

08/07/2010

Dieser Blog dient der Kundtat meiner Gedanken zu zeitlosem, zeithaftem, Philosophie und Spiritualität, Literatur, Lyrik, Musik und anderen Formen der Kunst sowie dem aktuellen Weltgeschehen der Politik, Entwurzelung der Völker etc…

Ich werde mir nicht die Mühe machen, meine philosophischen, politischen oder auch künstlerischen Ansichten in Ismen gebündelt hier aufzuführen, sondern überlasse es dem wachsamen Auge, das mein Blog liest, sich ein Bild zu machen. Auch wenn diese Seite noch nicht vieles an Inhalten aufzuweisen hat, denke ich doch, dass eine Selbstkategorisierung hier nicht nötig ist und eine Einschätzung anhand textlicher Stellungnahmen zu relevanten Themen sehr viel sinnvoller ist.

Allerdings gibt es aus explizitem Anlass eine grobschlächtige Proskription hier.

Ebenso habe ich auf dieser Seite einige Verlinkungen angebracht. Den Blogroll nutze ich nicht primär dafür, da es auf diese Weise möglich ist, einige kurze Stichworte zu den links offen beizufügen.

:srtrs:

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Leben und Lebenswille

14/11/2010

„He who desires but acts not, breeds pestilence“

(William Blake)

Es gibt in der grotesken Welt, in der wir heute leben, einen ungeheuren Fatalismus, der klassen- völker und gesinnungsübergreifend wütet. Ein Fatalismus des Nichtstunkönnens im Angesicht einer oft so gewaltig und unangreifbar erscheinenden korrupten, „globalisierten“ (das heißt plattgewalzten, gleichgemachten) Welt, der sich auf zweierlei Art offenbart. Die erste ist die Mentalität der gesamten westlichen Wohlstandsgesellschaft selbst, der humanistisch begründete Hedonismus à la „das ist mein Leben, damit kann ich machen was ich will und ich will es genießen, da ich sowieso an nichts glaube als ein gutes Leben“. Er findet sich latent auch in der trefflichen Umschreibung der deutschen Sozietät als „Spaßgesellschaft“. Religion sei ja sowieso Schwachsinn, habe die Menschen sowieso nur unterdrückt und alles, was über menschliches Wohlbefinden im Wohlstand hinausgeht sei Hirngespinst… das sind die Lebensinhalte, die Humanismus und Liberalismus herangezüchtet haben und die viele tiefergehend denkende Personen auch heute noch kritisieren. Doch damit kommen wir sofort zur zweiten Kategorie, in der sich der Fatalismus im Angesicht der modernen Absurdität niederschlägt. Es ist nämlich der ideologische Fatalismus, der zwar die dekadenten, hedonistischen Anwandlungen der Gegenwart in seiner philosophischen und ideologischen Einsicht heftig angreift, der jedoch selbst sich dem Gefühl der Machtlosigkeit unterwirft. Wir finden hier den kritischen Menschen, der sich der hässlichen Fratze des Zeitgeistes gegenüber wie die letzte Glut eines Feuers unter der toten Asche fühlt – zum Erlöschen verdammt – und der lediglich aus einer gewissen Aufrichtigkeit und der Angst aus Abscheu, sich dem Zeitgeist beugen zu müssen, seine Identität zu wahren bereit ist. Jedoch ist er es dabei, der selbst sich dem Werden der Zeit überlässt, in ihm verhaftet bleibt, wie ein alter Greis, der des Lebens zu müde ist und die Dinge ziehen lässt im Bewusstsein, auch er sei ja zum baldigen Hinscheiden bestimmt.

ER ist nur eine SPEICHE IM RAD, im unaufhaltbaren LAUF DES UNTERGANGS!

Er ist ein reines Objekt im Spiel der Gezeiten, wenn auch wider Willen. Er hält das Leben für einen Wimpernschlag, für etwas flüchtiges – dem Menschen greifbar aber vergänglich. Warum? Weil er selbst ein Kind von Humanoliberalismus ist! Denn es verhält sich genau umgekehrt – der Mensch ist vergänglich und nur das Leben ist Ewigkeit. Tod ist nicht das Gegenteil von Leben. Tod ist das Gegenteil von Geburt! Es gilt die ewigen, transzendenten Wahrheiten zu erkennen, sich zu ihnen empor- bzw. hinabzuschwingen. Das ist wirklich Lebenswille! Nicht das egoistische Klammern an Wohlstand sondern das asketische Streben zum Göttlichen, als ein Herold von Wahrheit und Schönheit! Die Welt ist reif zum Untergang – sei’s drum! Wir reiten den Tiger gen Dämmerung. Wir füttern ihn nicht, denn wir sind die Nabe des Rades, doch in uns offenbart ist der unbewegte Beweger, die Ewigkeit selbst. Dies ist die wahre Überwindung; nicht Fatalismus sondern Heroismus!  Nicht Egalität sondern Aristokratie! Die Wahrheit als Herrscherin über Geburt und Tod, die Schönheit als Krönung der höheren Natur, in der sich die Wahrheit widerspiegelt – der eigentliche Grundgedanke der traditionalen Hierarchie – Erhabenheit des Heiligen. Leben – und der WILLE ZUM LEBEN, zum ewigen Göttlichen Sein. Der eigentliche Wille eines Integralen Traditionalismus! Und der Wind, der das Feuer von der Asche befreit.

Wer nur begehrt und handelt nicht,
der bringt Verderben über sich.


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oben abgebildetes Gemälde: H.C. Berann – entrollte Welt

Metaphysisches Schmiedwerk

14/11/2010

Nach langer Zeit der Stille in diesem Blog, will ich mit dieser Vollendung des Willenskraft-Textes meine Arbeiten hier intensiviert aufnehmen und mich aufraffen, hier wieder wahrhaft etwas mir entsprechendes im eigenen Ausdruck zu schaffen. Frei nach Gottfried Benn: “Wer redet ist nicht tot!”

Oh dieser Tor der eigenen Vernunft!

Hin und her geworfen von seinen Fragen und Regungen ist er sich selbst. Das Nichts ist sein Urteil, der Zweifel nimmt alles in Besitz – vollstrecke es! Die Frage nützt dem Fragenden nicht, ist er nicht bereit, zu VOLLSTRECKEN!

Und du wirst werden dein eigen Richter und Henker, so du imstande bist, dass nicht die Dinge dir in der Frage verblassen, die Non-Formation zu bergen und zu führen den Speer. Und zu führen dein Schwert, das du geschmiedet an eigener Kraft am Amboss des Willens; so dienlich sein mögen sie dir und dein Urteil fällen!

Erkenne nun – und schlage die Klinge, die Fafnirs Rachen durchbohrt! Vom gleichen Eisen wie sie das Kettenwerk selbst festigend die Angeln der acht Himmel. Und die heißeste Glut wird dein Amboss zu bändigen wissen. Dies ist das Manifest der Gedanken; das Schmiedwerk toter Materie, das Schmiedwerk von Schwert und Speer! Du bringst aus dir des Lebens Klinge in die tote Welt; das Eis – es dürstet… Groß ist deiner Künste Werk, Bändiger der Lebensflamme – Träger deiner eig’nen Zunge! – und mit dem eis’gen Tode selbst wirst du zu ringen wissen…

Wo die Schöpfung deiner Kunst beginnt, da richte dein Schwert das Ende alter Welten; das Eis behaue du dir indes zum Monolithen deiner Seelenmitte. Eine Wahrheit soll fallen, wo sich jene Klinge durch die Weltenschleier bohrt.

…und ein alter Gott kreiert sich neu.

Die Frage daselbst sei mir Antwort – sowie deren selbige zur letzten Schöpfung,

vollendet aus dem Gedanken,

gereicht.

[(k) Ildúaar Surtursklinge – geschrieben im Frühjahr mmx]

„Aufgang des Idealismus“

09/07/2010

Zwischenrein, hier ein Gedankenentwurf von mir, welcher nunmehr schon 1-2 Jährchen alt ist, aber dennoch, wie ich denke, nicht uninteressant zu lesen;

Die Menschheit gleicht einem Schlammpfuhl, in dem es Gold zu waschen gilt. Dieses Gold ist der Rohstoff zur Errichtung einer jeden lebensmächtigen Kultur. Denn man soll nicht der Masse wegen aus Schlamm sie errichten! Der Schlamm ist schwach im Strom der Zeiten… So ist es mit dem Leben selbst! Das Leben gedeiht nicht aus Überfluss. Eine Kultur kann nicht von Begehr und Wille einer Masse aus erbaut werden, da die Masse Mensch selbst in ihrer schöpferischen Kraft niemals dazu fähig ist, sind es doch immer einzelne Eliten, Anführer, Individuen, Aristokraten, welche sich durch eine besondere Beschaffenheit der Geisteskraft in jeder traditionellen Hierarchie hervortun und sozusagen von oben nach unten, vom göttlichen zum irdischen, vom schöpferischen zur Schöpfung Brücken bauen. Der Mensch braucht, wie hierdurch schon angedeutet, übergeordnete Archetypen, welche die Ignoranz und schöpferische Unfähigkeit aller Menschheit brechen mögen; die Essenz des Lebensprozesses selbst, nämlich Wachstum und Strebevermögen muss hierin widergespiegelt sein innerhalb einer naturverbundenen heiligen Hierarchie, was an sich schon unserer so segensreichen Demokratie widerspricht. Allein im Sinne dieses kulturellen Strebens ist gewährleistet, dass aus Masse ein Volk wird, dass aus Schlamm Gold gewaschen wird, weil auf diese Weise eine völkische Identität in Affekt zu den sich manifestierenden Idealen hergestellt wird, die aus Massenbewegung niemals hervorzugehen vermögen – sondern lediglich aus einem visionären, schöpferischen Geist. Gleich einem Sinus findet jene Affektivität ihre Höhepunkte im Wechselspiel von Krieg und Frieden, wo einerseits die ideelle Identität gefestigt wird innerhalb des Kriegertypus und durch den Kampfeswillen selbst im Streit gegen das Feindbild, andererseits die Kultur in ihrer Beschaffenheit an sich ausgeschmiedet und zur Blüte gebracht wird.
Die heutige Zivilisation verfehlt in ihrer pazifistischen Grundorientierung dieses Gesetz natürlicher Progression völlig, da sie nicht kulturelle Archetypen, sondern einzig die Erhaltung von Masse und Lebensstandard reflektiert. Ein fauler Frieden, der nichts eher nährt als Dekadenz, denn auf diese Weise degeneriert die Kultur in ihrer Identität wie in ihrer Beschaffenheit selbst. Dem Idealismus, der heutzutage in den sozialen Rand gedrängt wurde, zusammen mit dem Künstlertum und der Kunst selbst (einst eine stolze – wenn nicht gar die mächtigste Säule der alten Reiche!), muss wieder ein Schwert verliehen werden, um die zivilisatorische Apathie zu zerschmettern. Die Musik, die Malerei, Bildhauerei, Architektur, Lyrik bricht auf zu neuen alten Horizonten; über den heutigen Menschen hinaus, in die wahrhaft göttliche Allnatur.
Alles was den Dreck der Zivilisation definiert soll zu Asche gebrannt werden. Der Idealist ist aufgerufen, seine Klinge zu wetzen gegen allen faulen Frieden der modernen Welt, für einen Krieg, der zur Blüte der kultischen wie künstlerischen Seele strebt. Eine Propaganda wider die Masse, wider die Dekadenz und für einen neuen Morgen des Krieges, der den Geist erneut empor tragen mag. Heben wir das Gold aus den Trümmern der modernen Welt! Vielleicht nicht heute – und auch nicht in Zukunft. Denn Zeit ist ein Strom, der ewig fließend nur jenes nährt, was er mit sich reißt. Und ewiges Sein wie ewige Gewalten sind nicht dem Vergänglichen unterworfen.

Reform der Bundeswehr

12/06/2010

Kommentar:

Unsere deutsche Bundesregierung beweist wieder einmal ihre Fähigkeit zu purem Aktionismus. Anstatt akkurate, überlegte Entscheidungen zu treffen, die auf eine einigermaßen sinnvolle Umstrukturierung hinführen könnten, kommt hier alles unter den Rotstift, was sich irgend einsparen lässt. Die Bundeswehr wird einfach an allen Ecken beschnitten, an denen geschnitten werden kann.
Eine Farce…

Propaganda-Egoshooter aus dem Iran

11/06/2010

Vor kurzem wurde ich aufmerksam auf einen Spiegel Online-Artikel aus dem Jahr 2007. Es dreht sich um ein Werk, das vom Iran im Rahmen eines nationalen „Erziehungs- und Bildungsprojekts“ produziert wurde.

Der Artikel liest sich wie folgt:

Irans Kinder sollen auf Israelis ballern

Von Christian Stöcker

Mit einem speziell für Kinder konzipierten Computerspiel will der Iran der Jugend „Werte wie Opferbereitschaft und Märtyrertum“ beibringen: Der Spieler muss Soldaten aus den USA und Israel töten, um seine vaterländische Mission zu erfüllen.

Der Krieg tobt schon seit Jahren. Es wird geschossen und gesprengt, mit Steinen geworfen und mit Handgranaten. Ballerspiele sind ein Mittel im Propagandakrieg zwischen islamistischen Organisationen wie der Hisbollah und Israel, und auch im schwelenden Konflikt zwischen Iran und den USA. Es gibt Hisbollah-Shooter, Hamas-Shooter und auch Qaida-Shooter – und in den Hochglanzprodukten aus den Spielefabriken der USA wird in letzter Zeit immer häufiger gegen Menschen aus dem persisch-arabischen Sprachraum gekämpft statt wie früher gegen Russen und Nazis.

Welch ein Wunder, dass der Iran nun mitzieht. Lässt man bestimmte Faktoren außer Acht, sollte man sich beinahe freuen, dass diese Nation technisch so weit entwickelt ist.

Und ist es wirklich weniger verwerflich, ‚Nazis und Russen‘ zum Feindbild zu machen?!

Als das US-Unternehmen Kuma Games im Oktober 2005 eine Spiel-Episode namens „Angriff auf Iran“ zum Download bereitstellte, war das nur der Gipfelpunkt eines ständiges Kampfes im digitalen Untergrund. Dennoch war die Empörung groß: Online-Petitionen wurden unterzeichnet, die iranische Presse schäumte.

Gut sieben Monate später wurde die Reaktion innerhalb des Genres angekündigt: Die „Union of islamic Student Societies“ gab bekannt, man werde ein Spiel auf den Markt bringen, in dem ein tapferer Soldat der iranischen Revolution gegen Zionisten und Amerikaner ins Feld ziehen würde. Nun ist es soweit: Heute wurde „Special Operation 85: Hostage Rescue“ vorgestellt, bizarrerweise in einem „Institut für die intellektuelle Entwicklung von Kindern und jungen Erwachsenen“.

Die USA sind der Elefant im internationalen Laden für politisches Feinporzellan.
Israel dagegen scheint mir gewandt wie eine Maus… und wesentlich gewiefter.

„Mission: US- und israelische Soldaten töten“

Das Spiel ist ein Egoshooter – aber ein ganz friedlicher, glaubt man dem Generalsekretär der Studentenunion Mohammad Taghi Fakhrian: „In diesem Spiel werben wir nicht für Terrorismus und Gewalt. Weil man darin iranische Geiseln befreit, werben wir für Selbstlosigkeit, Hingabe und die Verteidigung unseres Landes.“ Laut der ägyptischen „Middle East Times“ muss der Spieler, um die Mission erfolgreich zum Ende zu bringen, „US- und israelische Soldaten töten, ihre Laptops mit geheimen Informationen stehlen und schließlich Wissenschaftler und Diplomaten befreien.“

Das Spiel beginnt im Irak. Dort wird ein junges iranisches Ehepaar – beide sind Nuklearwissenschaftl​er – auf einer Pilgerreise zum schiitischen Schrein von Kerbela entführt und in ein Gefängnis in Israel verschleppt. Der Spieler schlüpft dann in die Rolle (und, es handelt sich ja um einen Ego-Shooter, hinter die Waffe) des Elitesoldaten Bahman Nasseri, der auszieht, um die beiden zu befreien.

Kinderfreundliche Preispolitik für den Propagandashooter

In acht Leveln ballert sich der tapfere Kämpfer nach Israel hinein, entdeckt dort das Gefängnis der gefangenen Wissenschaftler – und noch vier andere Iraner, die im realen Leben im Jahr 1982 in den Bürgerkriegswirren im Libanon verschwunden sind. Die iranische Regierung glaubt bis heute, dass die Männer noch am Leben und in der Gewalt Israels sind. Nebenbei schnappt Commander Bahman auch noch einen Doppelagenten, der iranische Atomgeheimnisse an Israel ausplaudert.

Man habe sich das Medium Computerspiel ausgesucht, weil es unter Kindern so populär sei und besonders gut geeignet, „ideologische Werte wie Opferbereitschaft und Märtyrertum zu vermitteln und sich gleichzeitig auf das Nuklearthema zu konzentrieren“, erklärte Fakhrian. Die hierzulande verbreitete Sorge über mögliche schädliche Auswirkungen von Spielen, in denen man auf Menschen schießt, gibt es in Iran offenbar nicht. Das Spiel, teilte die in Teheran ansässige „Mehr News Agency“ mit, werde zu einem ermäßigten Preis angeboten werden, damit es „für alle Kinder verfügbar“ ist.

Wie lockt man in den USA gleich die jungen Männer zu den Streitkräften?
Achja, hauptsächlich mit Geld.

Ich bitte darum, diese Ereignisse im Gesamtkontext zu sehen. Meine Kommentare über das Betragen des Iran habe ich mir zum größten Teil gespart; es wird sich jeder seinen Teil dazu denken. Ich verurteile also zwar die moralische Korruption und Skrupellosigkeit, die der Iran hier an den Tag legt. Allerdings ist es auch an der Zeit, vielleicht einmal über die Verhältnisse nachzudenken, die in ‚aufgeklärten, humanistischen 1.Welt-Ländern‘ wie den USA vorherrschen und parallelen bzw. Relationen zu ziehen! Denn so wie ich es sehe, werden derlei Gedankengänge selten betreten beim Lesen einer solchen Meldung.

Knowledge is a weapon. Arm yourself!